Einträge mit Tag "Zimt"

Adrian Locher | 22. März 2007 19:50 | Kategorie Adrian's, Zimtkorn intern

zimtblog.de

zimt_blog.jpg
Dass die zimtkörner zu einigem fähig sind, das wissen geneigte Leser und selbstverständlich Kunden. Dass wir aber auch gegen Blutzucker wirken, d.h. laut einer Studie eine senkende Wirkung auf den Blutzucker- und Blutfettspiegel ausüben können, das weiss der zimtblog in deutscher Version – zimtblog.de

Nun gut, da waren wir mit der Domain nicht ganz schnell genug, dem Apotheker Herrn Gumbrecht seis gegönnt. Nun hoffen wir aber natürlich noch auf etwas mehr Content auf dem Blog..



Adrian Locher | 14. Dezember 2006 15:10 | Kategorie Zimtkorn intern

Zimt

Perfekt passend zur Adventszeit ein Artikel aus der “NZZ am Sonntag” vom vergangenen Sonntag, 9. Dezember 2006.

Zimt-zimtkorn
Das süsse Gift

Cumarin-Debatte hin oder her – Zimt gehört zur Adventszeit wie der Bart zum Samichlaus

Legenden rankten sich schon immer um den betörenden Stoff aus «Tausendundeiner Nacht». Von arabischen Händlern, hiess es, sie redeten «Zimt», wenn sie ungereimtes Zeug und Unsinn meinten. Um die Herkunft zu verschleiern und ihre Geschäfte zu schützen, erzählten sie, das Gewürz gedeihe auf dem Grund von Zimtseen oder in den Nestern von Zimtvögeln.

Den feinsten und besten Zimt liefert die dünne Innenrinde des echten oder Ceylon-Zimt-Baums, der in Sri Lanka und Südindien beheimatet ist und auch auf Madagaskar, den Seychellen, in der Karibik und Brasilien angebaut wird. Daneben gibt es die Kassie bzw. den Cassia- oder China-Zimt, der in China, Vietnam, Sumatra, Java und Japan kultiviert wird. Die Kassie ist leichter zu ernten, ergiebiger und günstiger als echter Zimt, sie wird in der Regel aber als solcher verkauft. Die Kassie schmeckt intensiver und schärfer, das Pulver ist gröber, die Rinde dicker und dunkler. Da sie zudem backfest ist, gibt ihr die Industrie den Vorzug, obwohl sie einen weitaus höheren Cumarin-Gehalt aufweist als der Ceylon-Zimt, der nur Spuren davon enthält. Cumarin ist das Corpus Delicti der Saison. Seitdem das Gesundheitsamt einen Richtwert von 4 Zimtsternen pro 15 kg Körpergewicht am Tag empfiehlt, isst nun (obwohl dies eine beachtliche Menge ist) bei jedem Guetsli der Zweifel mit, ob die Leber daran Schaden nehme. Wolfgang Hübner, Arzt und Co-Autor eines Zimt-Kochbuchs, kommentiert: «Wenn bereits eine Funktionseinschränkung der Leber besteht, kann sie durch Cumarin aus Cassia-Zimt verstärkt werden. Dies hat man bei Laborratten festgestellt, nicht jedoch bei Menschen.»

Bei den Herstellern werden jetzt die Cumarin-Werte von Lebensmitteln landauf, landab geprüft und Rezepturen hinterfragt. «Wir haben ein länderübergreifendes Branchenproblem», erklärt die Migros, «da in der Industrie fast überall der billigere Cassia-Zimt verwendet wird.» Der Glühweinmix, die Canella-Amaretti oder Tartuffi dolci von Globus sind Ausnahmen: Sie enthalten den teureren Ceylon-Zimt. Besser sieht die Lage im Gewürzregal aus. Zwar geben die Etiketten kaum über Sorte und Herkunft Auskunft. Man kann jedoch davon ausgehen, dass es sich um Zimt aus Ceylon handelt. «Wer ganz sichergehen möchte, sollte Stangen-Zimt kaufen, am besten möglichst langen», rät Hübner: «Cassia-Zimt ist gemahlen, weil die Rinden kürzer, dicker und brüchiger sind. Je dünner die Zimtstangen geschabt sind, umso feiner und aromatischer ist ihr Duft und umso wahrscheinlicher ist es Ceylon-Zimt.»

In China wird die Kassie seit über viereinhalb Jahrtausenden als Gewürz und Heilmittel verwendet. Auch in der ayurvedischen Küche Indiens ist Zimt stark verankert. Wie schmackhaft Currys und Pilaws mit Kreuzkümmel, Zitronenschale, Zimtstangen und Gemüse sein können, lässt sich etwa im «Hiltl» kosten. Auch Kombinationen von Zimt, Koriander, Kardamom, Chili, Muskat oder auch Kakao haben ihren Reiz. Die pikante Schokoladensauce der Mexikaner, die sie zu Poulet servieren, feurig-fruchtige Lammtajines, Couscous oder Taubenpastillas mit Zimt, wie sie die Marokkaner lieben, liefern den Beweis.
Nur in der deftigen Küche Mitteleuropas ist Zimt stiefmütterlich vertreten, so sehr man ihn auch im Bereich des Süssen mag. Dabei war Zimt im Mittelalter in unseren Breiten ein gängiges Gewürz, das in manchem alten Rezept die Zeit überdauert hat. Etwa für Sauerbraten, Blutwurst oder Wildgerichte. Doch im Zuge des Küchenkosmopolitismus zieht die Stange aus dem Morgenland nun auch in der gehobenen europäischen Gastronomie ihre Kreise und darf schon einmal Fisch, Muscheln oder Pasta verfeinern. Dennoch: Angst vor einer Vergiftung muss man nicht haben. Wirklich geschadet hat das Gewürz in den fünftausend Jahren Zimtküche noch keinem – egal, ob echter oder China-Zimt.

Ingrid Schindler