Einträge mit Tag "Open Source"

Adrian Locher | 29. Oktober 2006 15:46 | Kategorie Business

Business am Wochenende

Auch an diesem wunderschönen Herbstwochenende (Nachtrag: zumindest dem Samstag gebühren diese Worte) wieder: Business, Business, Business. Und weil ich vorletzte Woche in den Ferien war, wirds etwas länger..

“Gamen” in der Schule? Dies zumindest empfehlen zwei britische Studien. Wieso eigentlich nicht? Solange es nicht gerade Ego-Shooter mit Lehrern als Gegner-Avatare sind.. In diesem Zusammenhang auch immer wieder aktuell: Spielen am Arbeitsplatz erhöht die Konzentration und Leistungsfähigkeit, wie eine Studie der Universität Hamburg zeigt. Business Opportunity für SAP und andere Business-Software-Hersteller: Der Benutzer wird alle 2 Stunden mit einem obligatorischen Mini-Game unterbrochen. Wenn er den geforderten Benchmark nicht schafft, heisst das, Aufhol-Training. In der Freizeit versteht sich..

Die Schlacht Microsoft gegen die Schweizer Steuerbehörden ist geschlagen, Microsoft ist Sieger. Der Verlauf des Geplänkels zeigt deutlich; eines der gewichtigsten Argumente in der Entscheidung für oder gegen Open Source, stellen die Lock-in-Kosten dar. Dies bestätigen auch die Ergebnisse einer von SwissICT und ch/open/ durchgeführte Studie. Gemäss der Studie nehmen Unternehmen als wichtigste Vorteile die offenen Standards, die Community und der sich daraus ergebende Wissensaustausch bei Open Source Software wahr. Dazu passt auch, dass Gartner davon ausgeht, dass 70% der IT-Unternehmen bis ins Jahr 2008 auf OS-Datenbanken setzen werden.

Genial witzig und gehaltvoll zu lesen: Der VC Rondam Ramblings nennt die Top 10 Tech-Geek Mythen. Die besten in Kürze:
Myth #1: A brilliant idea will make you rich.
Myth #3: Someone will steal your idea if you don’t protect it.
Myth #5: Financial models are bogus.
Myth #9: The idea is the most important part of my business plan.

“Geiz ist out beim Online-Shopping”, so der Titel eines Artikels auf heise.de. Wenn man den deutschen Markt kennt, so fällt es einem irgendwie schwer, die Ergebnisse der publizierten Studie nachzuvollziehen. Irgendwer scheint hier geschummelt zu haben. Es wird zwar richtig sein, dass der Preis als Entscheidungsdimension, aufgrund der sehr hohen Transparenz im Online-Markt und der daraus resultierenden geringen Preisspanne, tendenziell eine abnehmende Bedeutung hat. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die Bedeutung noch immer sehr hoch sein muss, wie sonst liesse sich der Erfolg von Preissuchmaschinen und Vergleichsportalen erklären..

Schliesslich noch die originelle Meldung am Freitag von inside-it: Die hervorragende IT-Newsplattform will nicht mehr länger darben und verkauft ihre Journalisten-Dienste an mitteilungsbedürftige Unternehmen. Ich meine: Nun ja, wieso eigentlich auch nicht, ist wenigstens die ehrlichste Form. Und es würde mich interessieren, wieviel die “jubelnden Journalistinnen” kosten.

Und was würdet ihr mit 100 Mio. $ tun? Laut einem Bericht auf heise.de hat sich Jimmy Wales von der Wiki Foundation an die Wiki-Community gewandt. Spannende Frage, neben der natürlich noch offen ist, woher dieses Geld kommen sollte. Ich meine: Man kaufe das Hubble-Teleskop, um welches momentan gerade heftig beraten wird, und baue es zu einem Web2.0-tauglichen Spionage-Satellit um, der per Mashup auf die eigene Website eingebaut werden kann. Oder in openBC (tschuldigung, XING) implementiert wird.. Oder zur Kinderüberwachung eingesetzt werden kann..

Videos, the next big thing on the internet. In einem sehr spannenden Artikel auf BusinessWeek.com geht’s um Unternehmen und Startup’s im Bereich Internet-Video. Sowohl im Bereich der Übertragung/Synchronisierung, als auch in den Werbevermarktungs-Modellen scheint das Potenzial noch gewaltig. Dies haben natürlich nicht nur die Amerikaner, sondern auch Kunden der zimtkorn gemerkt. Deshalb sind wir momentan mitten in der Entwicklung von Plattformen und Tools im Bereich Videos und serverseitige Video/Flash-Generierung. Mehr dazu folgt bald an dieser Stelle.

Rechenzentrum auf hoher See oder sonst irgendwo auf der Welt, innert weniger Tagen “on Demand” betriebsbereit? Geht nicht? Gibts nicht. Zumindest wenns nach Sun geht, soll das in nächster Zeit möglich werden, durch ein Rechenzentrum, das in Frachtcontainern untergebracht ist, meldet inside-it.ch in einem Artikel.



Adrian Locher | 20. Juli 2006 13:56 | Kategorie Business, Zimtkorn intern

35° im Schatten

Nein, wir wollen jetzt hier nicht über die Temperatur unseres Jahrhundert-Sommers herziehen, auch wenn Zürich (und wohl alle anderen Städte auch) momentan wirklich kollektiv am Schwitzen ist. Die Wetterstation am Mythenquai hat jedenfalls gestern mit 35° schon einen irrwitzigen Wert gemessen. Glücklicherweise sitzen wir hier an der Sumatrastrasse aber in klimatisierten Räumen. Einziges Problem bisher noch: Wir haben noch keine probate Methode gefunden, wie die “Kühlkette” zwischen Wohnung<–>Auto<–>Büro<–>Auto<–>Meeting<–>Auto<–>Büro<–>Auto<–>Wohnung intakt gehalten werden könnte ohne Unterbruch.

Trotz der Temperaturen aber: die Internet-Welt lebt! Das wichtigste dieser Tage im Kurzüberblick.

Börsenzahlen: eBay läuft, Yahoo enttäuscht, Google überzeugt, Apple geht ab,

Ex-Microsoftler gründen Open Source Infoportal, interessant interessant.. Spannend könnte es werden, wenn den Leuten eine gutes System einfällt, wie die Daten aktuell gehalten werden können. Denn mit sourceforge.net gibts ja bereits eine ähnliche, sehr verbreitete Plattform, die zwar guten Inhalt aber leider auch extrem viele Datenfriedhöfe bereit hält.

Apple, deren Kernkompetenzen neben schönen und einfachen Produkten vor allem und in erster Linie ein geniales Marketing ist, “überrascht” wieder mit einigen Rumours wie zum Beispiel einen Videoverleih..

Google hortet Domains, und “endlich” hats jemand aufgedeckt. Interessant wäre es ja schon, zu wissen, was unter q8planet.com oder triple-sss.com angeboten werden wird.

Online-Nachrichten haben gemäss einer Studie der Notre Dame Universität (USA) eine um 12 Stunden höhere Halbwertszeit.

Nestlé reagiert einigermassen offensiv auf die Blogosphären-Geschichten der vergangenen Wochen im Zusammenhang mit Cailler und Nelly Wenger, indem die Mitarbeiter kurzerhand in einen Kurs geschickt werden. Das wäre doch eine Sache für unser bloggerli gewesen?

Und was passiert, wenn Leute mit zuviel Geld und zuwenig Ahnung ein Unternehmen finanzieren und betreiben wollen? Es ist gelb, wirbt mit Paris Hilton und verbrennt vor allem Cash..

Internet & Vereinte Nationen, zwei Stichworte, die so gar nicht zusammenpassen wollen. Erfindergeist/Dynamik vs. Bürokratie. Wer jedenfalls nach der Lektüre des heise Specials mehr weiss als zuvor, der melde sich!



Adrian Locher | 10. März 2006 22:51 | Kategorie Business, Zimtkorn intern

Opensource Think Thank 2006

Interessant, aber nicht wirklich neu. Dies die Ergebnisse des ersten Opensource Think Thanks 2006(PDF) in Santa Clara, Calif, in geraffter Form:

? More transparency equaled more efficiency. As markets became more efficient, business models changed. There was a need for fewer brokers. Customers only required salesman when they were ready to purchase.

? Open source enabled the acceleration of innovation, drove efficient sales processes, and made integration simpler (this was a huge business opportunity).

? There was a shift in buying patterns. Functionality was no longer the priority and it became similar across products. Customer now focused on reliability, efficiency, and cost.

? Open source enabled better customer focus and more efficient customization.

? The ‘network effect’ became critical to business models. When a product became ‘capable enough’ and attracted a community, it was harder for a competitor to displace.

? Data became more important than functionality.

? Large software companies experienced margin erosion.

? Proven markets were initially the most vulnerable to open source.

? There was a general move from licensing revenue to services.

Als zweigleisig fahrendes Unternehmen (.NET & opensource) fühlen wir uns bemächtigt, einige diese Erkenntnisse zu kommentieren bzw. zu hinterfragen. Währenddem einigen Punkten unumstritten zuzustimmen ist (weniger Broker, mehr und schnellere Innovation, Daten/Content als relevante Grösse, Services als No.1-Businessmodell), so können andere Statements durchaus angezweifelt werden. Oder wieso etwa soll opensource einen höheren Kundenfokus bringen? Dieser ist meines Erachtens allein vom Verständnis des Beraters und/oder des Implementierungspartners abhängig und weniger von der Herkunft der eingesetzten Software. Margenerosion? Hmm, zumindest zeichnet sich dahigehend definitiv nichts ab, denn Softwarefirmen wie Microsoft & Co. gehören definitiv zu den Unternehmen mit den höchsten Margen über alle Businesses hinweg gesehen. Und Margen erodieren genau dann, wenn der durch die Software generierte Mehrwert nicht mehr genügend gross ist. Dies wiederum hat nochmals wenig mit der Herkunft der Software zu tun. Und das Argument mit Monopolrenten gilt hier sowieso nicht, weil mir einfach niemand stringent erklären kann, wieso bitte irgendein Unternehmen auf dieser Welt von einem Softwareanbieter abhängig sein soll. Denn sogar im vollkommen von MIcrosoft beherrschten Markt für Officesoftware gibt es bekanntermassen Alternativen, welche ebendiesem in nichts nachstehen und vollständig kompatibel sind. Wenn schon ein Monopol, dann hat dies vielmehr mit mangelnder Anpassungsfähigkeit der Anwender zu tun.

Zwei weitere, durchaus erwähnenswerte, weil neue Quellen: heise.de/open und das Opensource Jahrbuch 2006, geschrieben von Professoren und Studierenden der TU Berlin. Sehr interessant nur leider etwas zu umfangreich für einen Nicht(mehr) Studenten..