Einträge mit Tag "Business am Sonntag"

Adrian Locher | 1. Februar 2009 11:03 | Kategorie Zimtkorn intern

Gezwitscher aus der zweiten Reihe

Der soziale Druck nimmt mal wieder zu und obwohl mitten in der Internetszene unterwegs, gehöre ich ja im Bereich der sozialen Medien jeweils nicht zu den Early Adoptern. Vielmehr schaue ich zuerst ein wenig zu und versuche das Potenzial abzuschätzen.

Twitter – DER Microblogging Dienst schlechthin – ist für mich ein noch sehr zweischneidiges Schwert. Einerseits finde ich es komplett überflüssig, alle paar Sekunden zu erfahren, ob Freund A nun auf der Toilette sitzt und sich auf seinem iPhone gerade einen spannenden Beitrag auf Spiegel Online durchliest. Genauso wenig bringts mir eigentlich auch wenn ich erfahre, dass Freund B nun gerade auf der Google Party am WEF herumhopst. Und trotzdem hat Twitter etwas sehr elegantes, unglaublich schnelles und einfaches. Es ist die Beschränkung auf 140 Zeichen welche das Senden und Empfangen dieser Nachrichten spannend macht und zugleich der Newsticker-Charakter. Wenn ich mag, kann ich ihn einschalten und kriege so live vieles aus der Welt aus erster Hand direkt mit. Und wenn ich dann vom News Overflow wieder genug habe, schalte ich es einfach wieder aus. Im Wissen, dass die wirklich wichtigen Dinge dann entweder noch 142 Mal von anderen Twittern wiederholt werden oder ich sie dann eben auch in einer gefilterten Newsquelle wiederfinde.

Ein weiterer Aspekt ist natürlich der Nutzen des Tools als Instrument des Onlinemarketings. Es ist hier neben Newslettern, Blogs und Social Networks ein weiterer sehr einfacher und gleichzeitig effizienter Kanal, interessierte User und Kunden direkt zu erreichen. Unsere Kollegen von smaboo in Berlin zeigen hier schon ziemlich professionell wie das geht, mit Mrs. smaboo.

Ach ja und für diejenigen die es interessiert, falls ich mal auf der Toilette sitzend spannende Artikel finde, hier gehts zu meinem privaten Twitter Profil.

Update: Habe übrigens gerade auf deutsche-startups.de einen interessanten Artikel zum Thema Twitter gefunden, den ich hier nicht vorenthalten möchte.

Update 2: Von Nico Luchsinger habe ich auf NZZ (dank seinem Hinweis per Twitter) gerade seinen eigenen Artikel zum Thema Twitter entdeckt.



Adrian Locher | 25. Januar 2009 15:36 | Kategorie Adrian's, Business

Die Gretchenfrage im Web 2.0: Wo gehts hier denn bitte lang zum Geschäftsmodell?


David Heinemeier Hansson, Schöpfer des Ruby on Rails Framework und Gründer von 37signals, hat zum Thema Geschäftsmodelle im Internet an der Startup School 08 eine geniale Speech gehalten. Das ist schon etwas länger her, April 2008, um genau zu sein. Ich behaupte aber jetzt einfach mal, dass die Aktualität des Themas in den vergangenen 8 Monate nochmals um Sphären gestiegen ist. Und manch einer der wohl damals noch schmunzelnd zugeschaut hat, und sich gedacht hat, “ach was mit meiner tollen, weil super targeted Community verdiene ich dann schon Geld – wenn sie nur gross genug ist”, wird sich wohl langsam aber sicher was neues ausdenken.

Meine persönliche Prognose für das 2009 als superheftiges Konsolidierungsjahr für all die Geschäftsmodelle welche darauf basieren, dem Benutzer über Werbefinanzierung einen Dienst gratis zur Verfügung zu stellen, steht sowieso schon länger. Denn der Gegenbeweis, dass es im grossen Rahmen funktioniert, fehlt für mich einfach immer noch. Und die vermeintlichen Modelle die funktionieren, tun dies auch nur auf den ersten Blick: Facebook ist eine tolle App und macht einen dreistelligen Millionenbetrag an Umsatz, gibt aber auch mindestens genauso viel auch wieder aus. Robert Basic hat dazu mal die treffende Frage gestellt: “Welche Firma auf der Welt gibt es, die über 100 Millionen Kunden hat und nicht so genau weiss, wie damit Geld zu verdienen?” Ich warte darauf, wann FB beginnt den Status eines “Premium Users” einzuführen.. Skype produziert – trotz gigantischer Benutzerzahlen – nun wahrlich auch keine goldenen Zahlen und erfüllt schon gar nicht die Erwartungen, die eBay beim Kauf da reininterpretierte.

Welche Beispiele gibt es, die zeigen, dass ein indirektes Finanzierungsmodell funktioniert?

Und auf der anderen Seite stehen die Beispiele für Applikationen für die Benutzer bereit sind zu zahlen und die entsprechend schnell wachsen. Für mich sind die zwei schillerndsten sicherlich XING für Europa und salesforce.com für die USA. Beides Tools die ich persönlich sehr intensiv nutze, sowohl privat als auch geschäftlich. XING produziert astronomische EBIT-Margen (die ja nun dank Börsenkotierung auch immer schön im Quartalsbericht einzusehen sind) und salesforce.com scheint es tatsächlich zu schaffen, den CRM-Markt langsam von hinten aufzurollen.

Anyway, um wieder zum besagten Vortrag zurückzukommen: David zeigt einen ganz einfachen Weg, wie das Problem

1. Produkt
2. ???
3. Profit

gelöst werden kann. Unbedingt sehenswert und neben dem Unterhaltungswert auch wirklich gespickt mit sehr vielen Learnings.

Sein Fazit: No rocket surgery!



Adrian Locher | 11. Januar 2009 17:42 | Kategorie Adrian's

Tech Porn

Am Sonntag mal ohne Worte.



Adrian Locher | 29. April 2007 10:40 | Kategorie Adrian's, Business

Business am Sonntag

Soeben habe ich mir die beiden ersten Episoden (Episode 1 Stream | Download; Episode 2 Stream | Download) der neuen Docusoap “SF Start up” des Schweizer Fernsehens angeschaut und bin sehr positiv überrascht. Schöne Arbeit, interessante Gründerstories und wie immer mit viel Schweizerischer Bescheidenheit..

Ganz getreu dem Startup-Motto “Wochenende – was ist das?” bin auch ich gerade am durcharbeiten; gestern morgen Meeting mit Hans Kappeler zum Thema talenters.com (more to come..) und danach mit Samuel Frischknecht in Bern zwecks Vorbereitung unseres Meetings bei der Post zum Thema indito. Beides sind Projekte, die sich momentan auf der Startbahn befinden und wo ich sehr grosse Zuversicht habe, dass man in den kommenden Monaten noch einiges davon hört. (Um es ebenso bescheiden auszudrücken wie die Teilnehmer von “SF Start up”…)

An dieser Stelle übrigens auch nochmals den Hinweis auf das PCU Get International Weekend (mehr Infos bei Marc sowie auf pcunetwork.com) vom 11. bis 13. Mai 2007 hier in Zürich, wo wir unter anderem Google, Türler und das Gastro- und Eventkonzept “Saint Germain” besichtigen. Wie schon die letzten Events in Berlin und München, wird auch dieses Wochenende wieder ein absolutes Highlight.



Adrian Locher | 17. Dezember 2006 18:50 | Kategorie Business

Business am Sonntag

Die Plattform Second Life, die momentan extremes Wachstum und sehr grosse mediale Betrachtung (sehr interessante Artikel auf heise.de) erfährt: Während es für die erste Million User fast 3 Jahre brauchte, wurde nun die zweite Million innerhalb von 8 Wochen erreicht! Interessant wird es meiner Ansicht nach nun, wie lange es dauert, bis im deutschsprachigen Raum ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt wird? Oder noch konkreter: Wie lange dauert es, bis es die Samwer Brüder an die Hand nehmen?
Web 2.0 wird Corporate-tauglich: Intel veröffentlicht mit SuiteTwo ein Tool, das vier interessante Funktionen beinhaltet: ein Blog von Movable Typoee, ein Wiki von Socialtext, ein RSS-Feed-Reader von NewsGator sowie ein RSS-Feed-Publishing von SimpleFeeed. Vor Innovation strotzt die Suite zwar nicht gerade, auch können all diese Funktionen mit OpenSource-Tools abgedeckt werden. Dennoch ist die Idee des Bundlings und somit die Reduktion von Komplexität gerade für einen produktiven Einsatz in Unternehmen sehr wichtig und sorgt daneben für eine bessere Wahrnehmung in der Businesswelt. Insofern also ein wichtiger und richtiger Schritt, den Intel da angegangen ist. Fragt sich also nur noch, wieso das ausgerechnet einem Chiphersteller und nicht einem Softwareunternehmen in den Sinn gekommen ist?
Der spannende Artikel “Where to Invest 2007″ auf BusinessWeek Online (Podcast) beschäftigt sich zwar in erster Linie mit den Aktien- und Bondmärkten und der Wirtschaft im Allgemeinen im 2007, gerade für die sehr konjunkturabhängige IT-Branche aber durchaus relevante Themen.

In diesem Zusammenhang ebenfalls sehr interessant, sind die konjunkturellen Ausblicke bereits auf das Jahr 2008 im Aquila-Flash “Erste Blicke auf 2008″ durch Dr. Martin Hüfner (Chefökonom von Aquila und Gastreferent am START Summit 2006).

Und um das Wochenende nun noch etwas anspruchsvoller zu machen, hier schliesslich noch der Artikel “How Google Finds Your Needle in the Web’s Haystack”, verfasst von der American Mathematical Society über die Funktionsweise des Google Pagerank.



Adrian Locher | 9. Oktober 2006 7:30 | Kategorie Business, Zimtkorn intern

Business am Sonntag 4

Und wieder mal eine neue Ausgabe vom offensichtlich gern gelesenen “Business am Sonntag”. Nachdem dazu vergangenes Wochenende aufgrund des Oktoberfests in München (mit Dominik Schwarz, Stefan Jeschonnek, Ben Schwarz, Robert Plechinger sowie Christian Planck und Heike) und darauf folgender After-Party im 8seasons nicht sehr viel Zeit blieb, dafür heute umso ausführlicher..

Durchs Zürcher Oberland wandernd habe ich heute mit Tobias (panmundo.com), der momentan gerade für einige Tage in der Schweiz weilt, über sein Venture diskutiert. Zuviel sei hier noch nicht verraten, es geht aber grundsätzlich um Brötchen backen, Swissness, Healthy, Franchising/oder eben auch nicht sowie seine Dissertation an der EBS. Wer den Blog hier aufmerksam liest, wird festgestellt haben, dass dies ein Thema ist, dass den oder die eine(n) andere(n) aus meinem Umfeld sich mit ganz ähnlichen Themen beschäftigt.. wer weiss, vielleicht ergeben sich hier ja Synergien. Es bleibt auf jeden Fall spannend..

Über Swissness und deren Tauglichkeit in der Anwendung in Sachen internationaler e-Commerce wird auch an anderen Orten der zimtkorn diskutiert, doch auch hierzu wirklich mehr später an dieser Stelle..

Ein bisschen grössere Brötchen bäckt bekanntermassen Google. Und wiedermal scheint nur Brötchenbacken (in diesem Fall die Kernfunktionalität Suchen) nicht ganz zu reichen, deshalb wird jetzt auch noch kurzerhand die weltweit grösste Videplattform für user-generated content, YouTube.com für 1,6 Mrd. $ akquiriert. Böse Zungen behaupten ja momentan, man müsse nur irgendeine Webplattform, welche annähernd an ein Web 2.0 Geschäftsmodell erinnert mit dem Label “beta” versehen und könne sie für viel Geld verkaufen. Naja, mal schauen. Dazu fällt mir übrigens noch eine weitere Plattform ein: indito. Doch auch hierzu und den Plänen zimtkorns erst in einigen Wochen an dieser Stelle mehr..

Ein etwas höherer Stellenwert als einem ‘yet another web 2.0 business’, ist da wohl schon dem neuesten Venture von Friis und Zennstrom, den Gründern von Skype (und Kazaa) zuzumuten. Das ‘Venice Project‘ will einen P2P-Videodienst etablieren. Mehr dazu bei BusinessWeek. Kategorie “Geschäftsmodelle die anfangs keiner versteht und am Schluss alle toll finden”.

Online-Erpressung; ein neues Businessmodell (oder auch eine neue Straftat, wie auch immer man das sehen will), hat drei russischen Hackern laut heise.de immerhin je 8 Jahre Gefängnis eingebracht. Wer hat noch nie, wer will noch mal?

Obs übermorgen Dienstag in München neue Business Opportunities gibt wird sich zeigen. Ich wurde von tns infrafest eingeladen, in München auf deren Roadshow für das neu lizenzierte Produkt ArgYou, unser Kundenprojekt für die SIBIR Haushalttechnik AG vorzustellen. Spannend ist das Thema, welches ArgYou behandelt alleweil: es geht um die Optimierung des Contents einer Website anhand der von den Usern (über Suchmaschinen) nachgefragten Inhalte. Mehr Infos dazu bei ArgYou.



Adrian Locher | 14. Mai 2006 19:03 | Kategorie Business, Projekte, Zimtkorn intern

Business am Sonntag 3

Trotz des wunderbaren Wetters, hier mal wieder das allseits beliebte Format Business am Sonntag. Viele Wochen sind seit dem letzten entsprechenden Post schon wieder vergangen. Ja, und viel ist auch passiert seither. Die zimtkorn hat sich an der Sumatrastrasse in Zürich gut eingelebt, zahlreiche Projekte (papakannzahlen.ch, dropshop.de, panmundo.com, metropole-interlaken.ch, premium-cigars.ch, aviaxpert.com, spf-unisg.ch) konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Viele neue stehen zudem in den Startlöchern, es seien nur einige Tätigkeitsfelder genannt: Internetplattform für die Kloten Flyers, Internetportal auf AJAX-Basis, neue Internetpräsenz für den Sardinien-Reiseanbieter Smeraldo-Tours, Online Collaboration Plattform auf der Basis von PLONE u.v.m. Daneben schreibt Lukas Wilhelm gerade seine LAP, wofür ihm an dieser Stelle alles Gute gewünscht sei.

Ein Thema, welches momentan die Onlinewelt aber auch die Umgebung um die zimtkorn beschäftigt, ist IPTV. Während Microsoft damit seine MSN- und wohl auch “LIVE”-Portale “aufpimpen” möchte, verfolgen vor allem auch Verlage (wie z. B. Jean Frey) extensive strategische Initiativen, um sich die Vorherrschaft auf diesem gerade erst entstehenden Markt zu sichern. Vorteile bietet IPTV viele, der wichtigste liegt meiner Ansicht nach in der Möglichkeit, der punktgenauen Ansprache gewisser Zielgruppen, welche für ein normales Broadcasting schlicht zu schmal sind. Ähnlich wie bei Podcasting gibt es auch hier wiederum verschiedene Distributionskanäle; das Spektrum reicht von one2many (Verlage) bis zu many2many (Sites wie z.B. youtube.com, swissregiotv.ch). Während die beiden letztgenannten Beispiele momentan noch eher mit niederschwelliger Qualität glänzen und als Ertragsmodell in erster Linie Werbeerträge vorsehen, so sind durchaus auch Pay-per-Use-Modelle in Planung oder bereits am Laufen (beispielsweise bluewin oder in einer etwas grösseren Form bei Bertelsmann). Dass der Markt hochspannend wird, versteht sich ja von selbst, 2010 rechnet Screen Digest mit weltweit 300 Mio. Nutzern (China und Indien ausgenommen). Wie sich die Entwicklungen abspielen könnten, zeigte die Diskussion an den Kurzfilmtagen in Oberhausen.

Wenn wir schon bei den “Grossen” sind, ein kurzes Update zu den Webby-Awards; die meisten der Gewinner finden sich in meiner am 19. April geposteten Hotlist: MoMA, Mercedes AMG, nerve.com, BeBopJeans. wonderbra und justcurio.us habens nicht geschafft, trotzdem finde ich die beiden Sites bemerkenswert, selbstverständlich aus jeweils sehr verschiedenen Gründen.

Und noch grösser wirds bei der News Corporation: Rupert Murdochs Mediengigant, der vergangenen Jahres mit Getöse und sehr viel Geld (560 Mio. $) die Social-Networking-Plattform myspace.com übernommen hat, scheint sich nun immer mehr aufs Netz zu konzentrieren. Gemäss einer heise-Meldung wird 2007 die Championship Gaming Series CGS ins Leben gerufen, eine Liga in der Online in verschiedenen Dispziplinen und Spielen um Geld, erwarteterweise sehr viel Geld, gekämpft wird. Die Spiele können dann sowohl über Internet als auch über spezielle Fernsehkanäle mitverfolgt werden..

Und nun nochmals eine Gewichtsklasse höher: Die Tänze von Microsoft muten momentan etwas bizarr an. Auf der einen Seite verkündet Ballmer, Microsoft würde seine Gegner auf lange Frist ausstechen, auf der anderen erfährt der interessierte News-Leser, dass Microsofts Unterfangen, sich einen Anteil an Yahoo zu sichern, gescheitert ist. Da scheint wohl doch jemand in die eigene Suchtechnologie noch nicht ganz so viel Vertrauen zu haben?

Nicht noch grösser, dafür aber einiges interessanter und weiter in die Zukunft gedacht: Entropia Universe, ein Online-Universum mit knapp einer halben Million Bewohner. Dass es sich dabei um etwas mehr als einfach nur ein Massive Multi Player Online Role Play Game (MMPORG) handelt, zeigt die heise-Meldung über den ersten Millionär in diesem Universum.

Da kommt mir unweigerlich die Aussage von Kjell Nordström (schwedischer Unternehemensberater) am Swiss Economic Forum vergangenen Freitag in den Sinn: “be fit or sexy”. Will heissen: Sei der Beste oder der Schönste, ganz nach dem Vorbild der Natur, wo laut Nordstrom ja auch der Pfau, welcher weder richtig fliegen noch richtig rennen könne, dank seiner überragendenden, abschreckenden Farbenpracht überlebe. Auch wenn (siehe Microsoft) in der Computerwelt wohl manchmal gilt, dass auch der Fetteste gewinnen kann. Genau das ist meiner Ansicht nach nämlich auch für das fitte Google noch immer eine latente Gefahr: gelingt es Microsoft wirklich ihre schon lange schreierisch angekündigten MSN- und Live-Portale in Zusammenhang mit Vista und der noch in Entwicklung befindlichen Destkop-Search-Engine durchzusetzen, so steht auch der momentane Branchenprimus Google sehr nahe am Abgrund. Man denke nur an das schnelle Dahinscheiden von AltaVista.. Auf der anderen Seite kann man, ganz im Sinne von Brin&Page (”Unmöglich ist nichts”) damit rechnen, dass den schlauen Köpfen bis dahin genügend Neues eingefallen ist.

A propos neu: Neu ist es ja nicht gerade, dass die Chinesen – auch kulturell bedingt – die absoluten Weltmeister in Sachen Kopieren sind. Neu ist aber, dass die Regierung, welche sich gegen aussen momentan mit vielen politischen Vorstössen in Richtung dichterer Regulatorien zum Schutz geistigen Eigentums profiliert, ihrem eigenen Kurs offensichtlich noch nicht ganz treu ist. So hat der zweitgrösste chinesische Telekomprovider jüngst einen Service namens RedBerry vorgestellt, rot-farbene Blackberry-Kopien als Handhelds, versteht sich von selbst. Pikant an der Sache ist an sich nur, dass der genannte Telekomprovider zur Mehrheit in Staatsbesitz ist.



Adrian Locher | 14. Februar 2006 14:43 | Kategorie Business, Zimtkorn intern

Die Welt der Techies..

Damits hier auch nicht langweilig wird, hier mal wieder einige Fundstücke aus der Welt der Technologen und Technokraten.

Servolution, Populux, Easy-Aging.. hä? Wortkreationen wie sie BWLer nicht schöner hinkriegen. Dieses Mal aber kreiert durch das GDI in seinem Trendbarometer. Einige interessante Einsichten und Trends für die Consumer Markets, mit einer vollen Breitseite gegen die Discounter. Allerdings scheint hier die Unabhängigkeit vom orangen M-Riesen nicht ganz gegeben zu sein, etwas zu stark kritisiert wird die “Aldisierung”. Immerhin gibts die Shops der beiden Discount-Brüder Albrecht doch schon bereits seit den 60er Jahren..

Suizid per Internet: Komisch, wenns nicht tragisch wäre.

Wunderwelt Mensch. Wer kennt sie nicht, die Trickfilme aus den frühen 90er Jahren, wo der Schauplatz das Innere eines menschlichen Körpers und damit die Lebenswelt aller Organe, Bakterien und Viren war. Dies scheint nun dank dem Unternehmen Smartpill Wirklichkeit zu werden und vor allem nicht so unangenehm..

Aktuelle WEMF Nutzerzahlen für CH-Websites: Interessantes und teilweise Unerwartetes, immer natürlich auch die üblichen Verdächtigen..

hoerkolumnen.ch: ein cooles Projekt mit heissen Kolumnisten steht in den Startlöchern!

<<Eigenwerbung>>Die zimtkorn GmbH sucht in Zürich wieder Leute!<</Eigenwerbung>>

Online-Musikshops: Es rappelt ganz gewaltig in der Kiste, auch dieser Markt wird langsam erwachsen. Bald schon kommt auch hier Aldi..Und hier auch.

The Baby Business: Ein Buch, das garantiert für grosse Diskussionen und vielleicht auch einige neue, interessante Ideen sorgen wird. Und hey: Wieso eigentlich kein Online-Marktplatz für Spermien???



Adrian Locher | 30. Januar 2006 10:22 | Kategorie Business

Business am Sonntag 2

Sooooo.. mehr als einen Monat nach dem letzten Post, nun endlich wieder eine Meldung aus dem wonder_land. Dieses hat in letzter Zeit einige Turbulenzen erlebt, negativer wie auch positiver Art. Doch dazu an dieser Stelle später. Erstmal können wir mit Freude verkünden: zimtkorn goes Sumatra!

Was lange währt wird endlich gut! Längstens geplant und immer mal wieder nach hinten verschoben, hat die zimtkorn nun den Umzug nach downtown Switzerland, mitten ins Herz von Zürich geschafft. Neu befinden wir uns an der Sumatrastrasse 25, unterhalb der Weinbergstrasse, nur 3 Minuten vom Central entfernt!

Was die Welt in den vergangenen Tagen sonst noch so bewegt hat, nun im Anschluss:


WEF 4 Techies
Am diesjährigen WEF in Davos gaben sich wiederum Internet- und Tech-Prominenz die Türklinke in die Hand: Richard Branson, Bill Gates, Larry Page, Michael Dell und viele andere aus dem Valley sowie Indien und China waren anwesend.. mehr

Ausblick aufs 2006
inc.com hat Unternehmer und CEO’s aus verschiedenen Branchen zu ihren ganz persönlichen Voraussagen für das kommende Jahr befragt und die Erwartungen der „Frontmänner“ gebündelt in Logistik, Kommunikation, Energie, Konsumgüter, Immobilien, Zinsklima und Outsourcing: CEO Outlook 2006


Gratis-Werbeplatz für gemeinnützige Organisationen
Eine geniale Idee wird mithilfe dem Gemeinschaftsprojekt adcare.ch realisiert: ZEWO-zertifizierte Hilfsorganisationen können sich jeden Monat für Gratis-Werbeplatz in verschiedenen Schweizer-Onlinemedien bewerben, unter anderem auf sbb.ch.

Vint Cerf und der Grund, wieso es auf dem Mars noch kein Internetzugang gibt
Anlässlich eines Vortrags an der PTC 06 äusserte sich Vint Cerf, „Chief Internet Evangelist“ von Google zu seinen Visionen für das Internet. Die Vorstellung, dass in greifbarer Zukunft wirklich 50% der Weltbevölkerung online sein könnten, tönt wirklich verlockend, wenn auch vielleicht ein wenig illusorisch. Darüber nachzudenken lohnt aber allemal.. mehr

Child-Tracking per Mobiltelefon
Wie heute in der Sonntagspresse (NZZ a S) zu lesen war, setzen Orte wie Interlaken in den 60er Jahren geschaffene Polizeigesetze, nach denen schulpflichtige Kinder ab einer gewissen Nachtstunde, nicht mehr ohne Grund bzw. ohne Begleitung unterwegs sein dürfen, wieder vermehrt durch. Verizon, ein amerikanischer Mobilfunkprovider, scheint nun auch noch die passenden technischen Gimmicks dazu zu liefern: Ein Service mit dem die Kids per Mobiltelefon durch die Eltern geortet werden können. Besonderes Schmankerl: auch eine Art „geo fencing“ ist möglich, bei dem die Eltern per SMS benachrichtigt werden, sobald der Nachwuchs einen vordefinierten geografischen Raum verlässt. Nachdem man also Wildtiere in afrikanischen Nationalparks orten und ihre Gewohnheiten nachvollziehen kann, werden nun also auch Eltern ihre kleinen Wilden besser überwachen können. Eigentlich wenig verwunderlich, dass die Idee aus dem selben Land stammt, das schon die Autoaufkleber „How is my driving? Call 01 491 XXX XXX“ hervorbrachte. Red Herring Artikel

Sex für 14 Millionen Dollar
Die Domain sex.com hat für sage und schreibe 14 Mio. Dollar den Besitzer gewechselt. Bei solchen Summen fragt man sich schon gerne mal wieder, wieso man eigentlich nicht auch in die Berufsgattung der professionellen Domaingrabber wechselt. Da sind wir doch mal gespannt, wie viel für sex.eu herausspringt.. mehr



Adrian Locher | 18. Dezember 2005 19:00 | Kategorie Business

Sonntag: Weihnachten mit einem projezierten Weihnachtsbaum

Man stelle sich das vor: Es ist der 24. Dezember, das Licht in der Stube gedämmt, der Duft von Guetzli und brennenden Kerzen erfüllt den Raum. In der Mitte des Wohnzimmers steht hell erleuchtet ein prächtig geschmückter Weihnachtsbaum mit brennenden Kerzen. Nur: Einzig der Duft der Guetzli ist echt, nicht aber der Baum und der Duft nach brennenden Kerzen. Der Baum wird von einem winzigen 3D-Hologramm-Projektor virtuell in den Raum konstruiert und der Duft künstlich generiert. Nun, ich gebe zu, dass ich persönlich ganz sicher nie Kunde einer solchen Lösung werde, einfach weil ich mich sonst schon mit genügend virtuellen und elektronischen Dingen abgebe und das Prozedere von der Auswahl bis zum Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaums für mich einfach zu Weihnachten gehört. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass uns ähnliche Lösungen in einigen Jahren zur Verfügung stehen werden und – noch viel wichtiger – dass diese auch gekauft werden. Wieso? Nun, die Erklärung erübrigt sich nach dem Lesen der nachfolgenden Geschäftsmodellen.

Blue Nile – Diamanten im Internet. Diamanten und Schmuck übers Internet kaufen? Niemals. Das dachten sich zumindest auch die meisten Leute, als Blue Nile 1999 startete, mit ebendiesem Geschäftsmodell. Sie verkaufen einzig und allein über einen Distributionskanal; den Onlineshop. Anschauen, auswählen, bezahlen und liefern lassen, das alles funktioniert. Blue Nile erzielte im 2004 einen Umsatz von mehr als 150 Mio. $ und verfügt moentan über eine Marktkapitalisierung von mehr als 700 Mio. $. Natürlich ist das im Vergleich zu einem klassischen Retailer wie Tiffany’s immer noch relativ wenig, doch im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten bewegt sich Blue Nile in einer Nische, zumindest die starke Ausrichtung auf ein Kundensegment angeht: Männer zwischen 20 und 35. Diese zeigen denn auch eine sehr hohe Affinität zum Schmuckkauf übers Internet. Sehr interessant ist vor allem auch die Tatsache, dass sich die Käufe über den Onlinekanal keineswegs nur im Bereich von wenigen Dollars bewegt. Die Preise der gekauften Produkte bewegen sich nämlich bis auf mehrere 10′000 Dollars rauf..
RedHerring Artikel


Google soll AOL aus der Patsche helfen. Nach einem der wohl geschichtsträchtigsten Mergers im New Economy Hype zwischen AOL und Time Warner ist in den letzten Jahren Ernüchterung eingekehrt. Der Konzern AOL Time Warner hat sogar seinen Namen wieder auf Time Warner abgekürzt. Erst in den vergangenen zwei Jahren ist AOL wieder deutlich erstarkt, kämpft jedoch noch immer mit dem Ruf, zwar sehr viele, aber nur wenig interessante Kunden zu haben. Time Warner kann momentan pro Monat auf seinen verschiedenen Portalen – allen voran aol.com – etwas mehr als 120 Mio. unique visitors aufweisen, eine Zahl die in den vergangenen Monaten das Interesse von Microsoft und Google gleichzeitig geweckt hat. Denn mit einem Joint Venture wüchse die mit Abstand grösste Online-Mediengigant heran, eine vor allem für die Werbung höchst interessanten und gleichzeitig schreckenserregenden Ungetüm. Nun scheint die Schlacht entschieden und Google den Vorzug erhalten zu haben. Mit Onlinewerbung und einer Online-Nutzerbasis Geld – im Falle Google sogar sehr, sehr viel Geld – zu verdienen, dies sorgte noch 2001 eher für Gelächter. Nur vier Jahre später finden Transaktionen (wie auch jüngst der Kauf von myspace.com durch die News Corp) statt, die ein gewaltiges Potenzial offenbaren.
Heise Artikel

10 Ideen und Konzepte, welche die nächsten 10 Jahre überleben werden. Und wenn wir schon bei den schnell drehenden Geschäftsmodellen der e-business-models sind, hier eine interessante Umfrage des Magazins strategy-business zu den dauerhaftesten Ideen der letzten 10 Jahre. Deshalb sollten diese also auch noch für die nächsten 10 Jahre einen hohen Stellenwert haben. Vieles sind zwar Binsenweisheiten, dennoch ist immer wieder frappierend wie verblüffend einfache Ideen durchschlagenden Erfolg haben können. Bemerkenswert ist nämlich, dass viele momentan im e-Business höchst erfolgreiche Geschäftsmodelle auf verdammt einfachen und simplen Ideen basieren..
Artikel von strategy-business.com