Web 2.0 in der Corporate World
Gerade eben durch einen Tipp von Tobias entdeckt: ‘Six ways to make Web 2.0 work‘ bei McKinsey Quarterly.
Die Key Findings sind sicherlich nicht revolutionär und auch nicht neu, aber treffen die Punkte meiner Ansicht nach sehr genau:
1. The transformation to a bottom-up culture needs help from the top.
2. The best uses come from users—but they require help to scale.
3. What’s in the workflow is what gets used.
4. Appeal to the participants’ egos and needs—not just their wallets.
5. The right solution comes from the right participants.
6. Balance the top-down and self-management of risk.
Im soeben angelaufenen Folgeprojekt von Postidea bei der Schweizerischen Post, welches – nomen est omen – Postidea 2.0 heisst, machen wir gerade sehr spannende Erfahrungen was es heisst, in einem Unternehmen mit 55′000 Mitarbeitern mit Web 2.0 Mechanismen zu arbeiten. Denn hier führen kleine Effekte plötzlich zu sehr grossen Resultaten und können erhebliche Potenziale entstehen lassen. So führt beispielsweise die Beteiligung der Mitarbeiter an einem kollaborativen (über eine offene Webplattform organisiertes) Ideenmanagement zu zwei ganz zentralen Resultaten:
1. Ressourcen werden geschont: Ideen und Geistesblitze werden von den Mitarbeitern auf einer offenen, auf Kollaboration basierenden Webplattform eingestellt und von anderen Mitarbeitern bewertet und weiterentwickelt. Die Ideen kommen dadurch in einer ausgereifteren Form in eigentlichen, klassischen Ideenmanagement-Prozess. Ein Web 2.0 basierendes System unterscheidet sich also hinsichtlich der benötigten Ressourcen für das Ideenmanagement massgeblich von einem “Briefkasten-System” (egal ob online oder offline), wo Ideen von einer Person eingereicht und vom Ideenmanager beurteilt werden.
2. Die Mitarbeiterbeteiligung am Ideenmanagement steigt: In den meisten Unternehmen sind es 5 bis 10% der Mitarbeiter, welche Ideen einbringen. Die restlichen interessieren sich meistens nicht stark dafür bzw. haben das Gefühl “nicht genügend wertvolle Ideen” zu haben. Mindestens 80% aller Mitarbeiter können aber zumindest bestehende Ideen bewerten oder weiterentwickeln. So wird die Reichweite des Ideenmanagements systematisch erhöht.















Tatsächlich bringt der Community-Ansatz der hier beschrieben ist eine völlig neue Dimension in die teilweise etwas verstaubten Abteilungen des Ideenmanagements der Konzerne. Die erwähnte Mitarbeiterbeteiligung von 5 – 10 % ist etwas tief ausgefallen. Laut der jährlichen Erhebung des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (http://dib.de) liegt die Beteiligungsquote bei durchschnittlich 23 % (http://www.dib.de/pdf/dib-Report_2007.pdf, Seite 4).
Die meisten (Traditions-)Unternehmen bauen ihr Ideenmanagement auf dem betrieblichen Vorschlagswesen auf oder machen es exklusiv Produkt- und Projektverantwortlichen zugänglich. Eine offene Kultur ist heute immer noch eine Seltenheit. Dadurch geht viel Potential verloren; und dieses ist mit einem Community-Modell eben zu holen!
Ideenmanagement 2.0 wurde unter anderem auch diskutiert: http://ideenimflug.blogspot.com/2008/12/jagt-den-ideen-dieb.html.
@Martin: Da spricht der Spezialist himself! Und ich gestehe: ja ich habe mir diese Zahl etwas vorschnell aus dem Finger gezogen :) Gibts denn entsprechende Zahlen auch für Schweizer Unternehmen?
http://savasp.ch/NewFiles/Statistikdaten.html ist die Auswertung für 2007. Leider eine etwas kleine Zahl um representativ zu sein und keine Vergleiche zu anderen Jahren. Die neue Statistik sollte bald erscheinen.
Nun das gibt doch trotzdem schon mal einen guten Einblick. Die Beteiligungsquote ist aber in diesen Ergebnissen schon etwas über dem Durchschnitt.